Erfahrungsbericht Volontariat auf der Finca Noah (Naira)

Schon bei meiner Ankunft sah ich wie gepflegt der ganze Hof aussah. Kein Blatt und kein Stein lag am falschen Ort. Mit dem Taxi sind wir auf den Hof gefahren und wurden von etwa 10 Hunden empfangen. Sie springen um das Auto herum und man wird herzlich und mit viel Gebell begrüsst.
Die kleine “Casa de jannine” ist eine herzige kleine eingerichtete Wohnung, in der alles zu finden ist, was man braucht. Das WC befindet sich neben an, auf dem Hof.
Nach meiner Ankunft habe ich als allererstes eine kleine Runde gemacht und alle Tiere kennengelernt. Bis auf 2-3 Ausnahmen sind die Tiere handzahm, was mich sehr beeindruckt hat. Was mir aber am meisten geblieben ist, sind die Geschichten der einzelnen Tiere und wie sie auf dem Hof gelandet sind.
Von Hunden, Katzen, die verschiedensten, Vögel, Hasen, Schweinen, Pferde, Ponys, Schafe, Esel und einem Reh ist alles zu finden. Diese Tiere sind den Menschen so dankbar und man wünscht sich für sie kein schöneres Leben wie auf diesem Hof.
 
Nun zu der Arbeit. Mein erster Tag ist mir in Erinnerung geblieben, vor allem in meinen Knien und meinem Rücken.
Der Tag begann um 8:00 Uhr und ich begann mit den anderen fleissigen Helfern die Morgenrunde. Jeder hatte eine Aufgabe. Ich begann in den Katzengehege. Zuerst wird der Katzendreck weggemacht, dann die Futterschalen ausgewaschen und aufgefüllt. Danach das ganze Gehege von Katzendecken bis zum Kratzbaum geputz und gewischt. Auch die Wildkatzen haben ihre eigene Futterstation. Wir arbeiten genau bis ins letzte Detail, man sieht die genaue Ordnung und Struktur. Dasselbe gilt bei dem Hasengehege und bei dem grossen Schafgehege. Auch bei den Pferden wird jeder letzte Strohhalm aufgesammelt und kein Stein liegt lose herum. Die Worte von Farah blieben mir stark im Kopf. Ein harmloser Stein kann ein Pferd zum stolpern bringen und mit einem gebrochenem Bein muss es eingeschläfert werden. Diese Fehler dürfen keinem Tierschützer passiert.

Der Putzfimmel von Farah und ihre Genauigkeit kann sehr anstrengend sein und sie nimmt es extrem präzise. Nichts geschieht auf dem Hof, ohne dass Farah davon weiss. Jeder Besen wird nach jedem Gebrauch gewaschen und nach Farbe wieder aufgestellt. Jede Futter/Trinkschale wird Vorhand jeden Tag ausgewaschen. Alle handgemachten Steinzeichnungen werden jeden Tag wieder gerichtet. Jeder Strohhalm oder abgefallene Blatt wird aufgehoben und entsorgt. Jeder Gegenstand hat seinen Platz. Alles hat eine Routine.
Nun nach der Morgenrunde bei den Tieren wird eine Aufgabe des Tages bestimmt. An meinem ersten Tag haben wir vier Stunden ein Stuck Land entsteigt. Jeder einzelne Stein wurde gesammelt und damit haben wir ein Loch gefüllt. Das ganze Gelände war voll und es wirkte endlos. Doch schlussendlich haben wir es geschafft. Das Land sah aus wie der Rest vom Hof und kann inzwischen endlich genutzt werden. Man konnte die Zufriedenheit von Farah erkennen an ihrem grossen Lächeln. Um 15:00 war es nun endlich Zeit für das Mittagessen.

Die Abendrunde war mein Lieblingsteil. Die Tiere werden nur noch gefüttert und alles wird kurz nochmals nachgeputzt. Fahras Worte: “Jeder Strohhalm den man heute aufhebt, ist einer weniger den wir am nächsten Tag aufheben werden”.
Am Abend hat man mehr Zeit für die Tiere und konnte auch kurz Kuscheln. Ich persönlich bin nach der Abendrunde nochmals in alle Zwinger und habe mit den Katzen und Hunden Zeit verbracht. Sie sind extrem zutraulich und lieben es gestreichelt zu werden.

Nun zu den sonstigen Aufgaben auf dem Hof. Es werden jeden Tag Kotrunden gemacht auf dem ganzen Hof. Man darf mit den Hunden spazieren gehen, muss jedoch sehr vorsichtig sein und ganz genau schauen was herum passiert. Gewisse Hunde würden jedes Huhn essen, dass sie sehen.
An meinem letzten Tag kamen Gärtner und wir haben unsere Mittagspause gebraucht um die ganzen Äste und Blätter in einen Van zuladen und sie zu entsorgen.

Auf der Finka Noah darf man keine Angst haben, sich dreckig zu machen, seine Kleider zu zerstören, auf den Boden zu hocken, viel zu Putzen, viel Zeit mit Tieren zu verbringen oder mit einer nervigen Aufgabe herumzuschlagen, die Körperlich enorm anstrengend ist (wie vier Stunden Steine zu sammeln). Auf meiner Rückreise hatte ich Blatern an den Händen.

Wenn man sich jedoch darauf einlässt und versteht, wesshalb all dies Notwendig ist, bekommt man extrem viel zurück.
Der Hof muss so sauber sein, da die Tiere nicht wissen was es heisst etwas aufzuputzen oder sorg zu geben. Dies ist unsere Aufgabe. Wir möchten auch ein sauberes Bett, frische Teller und keine Sorge vor Krankheiten und Infektionen. Auch der Astehtische Teil hat einen Grund. Farah will den Tieren das zurück geben was ihnen genommen wurde. Ihre Würde, ihre Ehre, Liebe und Geborgenheit.

Dank diesem Erlebniss konnte ich so viel lernen und mitnehmen. Wie dankbar ich sein darf, helfen zu können. Der Welt etwas zurückgeben, was andere zerbochen haben. Die Seelen der Tiere auffangen und ihnen zuzeigen, was es heisst geliebt zu werden.

Farah ist die stärkste Frau der ich je begegnet bin. Neben den unzähligen Stunden die sie auf dem Hof verbingt, arbeitet sie noch 100% und führt einen eigenen Club in Mallorca um den Hof zu finanzieren. Jeden Tag werden 200 Mails und 150 Anrufe erledigt. Jeder letzte Rappe wird investiert. Anstatt eine neue Jacke zukaufen, braucht sie das Geld um 10 Katzen zu kastrieren. Desshalb wird auch mit jedem Besen und jedem Werkzeug mit sorgfalt umgegangen.
Farah ist sehr streng und eine sehr direkte Person. Damit muss man umgehen können. Ihre ganze Liebe giltet den Tieren. Jedes einzelne Tier wird aufgenommen in ihr Herz und sie leidet mit ihren Tieren mit. Ihre Leidenschaft treibt sie an und nur durch sie kann der Hof weiterleben.
Danke für die schönen Momente. Danke für die neuen Erfahrungen. Danke für die Geschichten. Ich warte jeden Tag bis ich wieder kommen kann.

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