JUNI 2021

NEUANKÖMMLINGE

RUBINA mit den Kätzchen ONIX und SAPHIR

Rubina, die herzige, kleine Podenco-Hündin, ist etwa 2½ Jahre alt, 37 cm gross und wiegt 7 Kilo.

Hier kommt eine herzzerreissende Geschichte mit Happy End! Kürzlich kam ein Mann auf die Finca Noah um Futter für seine Katzenkolonie, die er betreute, zu holen. Er erzählte Farah, dass er in einer verlassenen Finca eine kleine Hündin entdeckt habe, aber leider keine Chance hätte in ihre Nähe zu gelangen, weil diese mit aller Macht zwei Kätzchen beschützte. Er erzählte weiter, dass die beiden Kätzchen sehr, sehr jung sein mussten, denn sie hätten die Augen noch geschlossen. In Sorge um diese Kätzchen erzählte er einer Bekannten davon. Diese entschied, die beiden Babys zu sich zu nehmen. Obschon die Hündin bellte und knurrte, konnte die Bekannte der Babys habhaft werden. Der Mann ging am nächsten Tag noch einmal an die Fundstelle um zu schauen, ob er vielleicht irgendwo eine Katzenmutter sehen würde, oder noch weitere Katzenbabys. Er fand keine Katzen, dafür aber wieder die kleine Hündin der man die Katzenbabys weggenommen hatte. Der Mann sagte, sie sei in der genau gleichen Ecke gewesen, wo sie schon am Vortag mit den Katzenbabys lag. Die Hündin hätte kläglich geweint, geheult und immer wieder die Ecke durchsucht.

Der Mann und seine Frau gingen darauf täglich zu der Hündin um sie zu füttern. Die Hündin aber ass nichts – das Futter blieb unberührt, Tag für Tag….Und jeden Tag heulte die Hündin, wimmerte leise vor sich hin, mit gebrochenem Mutterherz. In tiefer Trauer über den Verlust „ihrer“ Babys.

So etwas muss man Farah nur einmal erzählen. Sie war erschüttert, dass man dieser Hündin die beiden Katzenbabys einfach weggenommen hatte. Empört darüber, dass keiner auch nur ein Deut überlegt hatte, was diese Situation für die Hündin, die Muttergefühle entwickelt hatte und jetzt jeden Tag ihre kleinen Babys suchte, bedeutete. Für Farah war klar: die beiden Katzenbabys und die Hündin mussten wieder zusammengebracht werden. Farah fragte den Mann, ob die beiden Katzenbabys noch bei der Bekannten seien, was er bejahte. Dann sagte sie: «ich gebe Dir das ganze Futter kostenlos, aber dafür bringst Du beide Katzenbabys und die kleine Hündin auf die Finca Noah und zwar ganz schnell».

Gesagt, getan! Seit diesem Tag sind die süsse kleine Rubina und ihre beiden pechschwarzen Kätzchen bei uns. Onix und Saphir sind jetzt etwa zwei Wochen alt und müssen noch regelmässig von uns „geschöppelt“ werden. Wie genau die beiden Kätzchen die ersten Tage überleben konnten, weiss niemand. Fakt ist, dass die Hündin instinktiv alles richtig gemacht hat. Rubina kümmert sich jetzt mit uns um die Babys. Sie putzt und liebkost sie täglich. Ausserdem bewacht sie die Kätzchen, die zurzeit mit ihr in der Casa Jeannine wohnen, vor den anderen Katzen und den Hunden.

Rubina ist eine ganz fürsorgliche Mutter und wir sehen tagtäglich ihr Lächeln im Gesicht, ihre Glückseligkeit, ihre Dankbarkeit, ihre Freude und ihre Zuneigung. Rubina, Onix und Saphira werden natürlich nur zusammen vermittelt.

LLUNA und CANDELA

Die beiden Hündinnen Lluna und Candela wurden zusammen bei uns abgegeben, weil ihre Besitzer von einem Haus in eine Wohnung umgezogen sind. Hätten wir sie nicht zu uns genommen, wären sie in eine Tötungsstation gelandet.
Von der eigenen Familie verstossen, abgeschoben, entsorgt und zum Tode verurteilt. Wie kann man bloss so handeln? Man gibt doch nicht einfach Familienmitglieder, Lebewesen, Freunde, Seelen weg!? Was sind das für Menschen, die eine solche Tat mit Überzeugung begründen und dabei noch ein gutes Gefühl haben…?

LLUNA

Lluna ist eine Mischlingshündin, wahrscheinlich Deutscher Schäferhund Mix (mit Hängeöhrchen), vielleicht noch mit ein bisschen Labrador dabei. Sie ist ca. sechs Jahre alt, 55 cm gross und ca. 25 kg schwer.

Lluna ist eine selbstbewusste, fröhliche, verschmuste Hündin, die total menschenbezogen ist. Sie liebt unsere Spaziergänge, die wir zweimal pro Tag mit ihr – und natürlich allen anderen Hunden – unternehmen. Unterwegs will sie immer die Vorderste sein. Lluna kommt gut mit anderen Hunden klar, sofern diese nicht gerade dominant und in nächster Nähe sind. LLuna kann die Menschen gleich für sich begeistern. Wir vermuten, dass Lluna mit Katzen nicht klarkommen würde. Leider ist Llumas Rute coupiert, wieso wissen wir leider auch nicht. (Ein Schönheitsfehler). Mit Hilfe unseres Schweizer Tierarztes Jann Rapp wird es aber eine Lösung geben, damit Lluma nicht auf der Insel bleiben muss, sondern zu einer lieben Familie in die Schweiz oder nach Deutschland fliegen kann.

 

CANDELA         

Candela ist ebenfalls eine Mischlingshündin, wir vermuten ein Labrador-Mix. Sie ist ebenfalls ca. sechs Jahre alt, 52 cm gross und 21 kg schwer.

Candela ist genau wie ihre Freundin Lluna absolut menschenbezogen und ein richtiger Sonnenschein. Sie ist sehr verspielt und hat es am liebsten, wenn Menschen mit ihr herumalbern. Aber sie hat noch eine andere Leidenschaft: ihr Stofftier (ein schwarzer Hund). Der kleine Pelz-Talisman war von Anfang an ihr ständiger Begleiter. Am liebsten nimmt sie das Tierchen mit in ihre Holzbox, wo sie sich wegen der Hitze meistens aufhält. Auch ihr absolutes Highlight ist das Spazieren. Vor kurzem hat sie angefangen interessiert über die Mauern zu schauen, oder auf Mauern hochzuspringen. Ihr Wesen ist mit anderen Hunden sehr sozial. Wie sie mit den Katzen klar kommt, wissen wir leider noch nicht. 

Die beiden Hunde wurden leider vermutlich geschlagen. Das sieht man an ihrer Reaktion, wenn man zu schnell oder zu hektisch mit den Händen herumfuchtelt.

 

Der Hase POCOYO

Der süsse, handzahme Hase mit den grossen Hänge-Ohren wurde uns von der Tierärztin Dr. Pirron gebracht. Er ist von einem Hund angegriffen und dabei lebensgefährlich verletzt worden. Seine Besitzer brachten das Häschen zu Dr. Pirron, die ihn sofort notoperierte. Warum Pocoyo von den Besitzern dann nicht mehr abgeholt wurde, wissen wir nicht.

Dr. Pirron hat uns kontaktiert, weil Animal Police allen Tieren ein Zuhause gibt – und weil sie wusste, dass wir ein 220 Quadratmeter grosses Hasen-Paradies haben, in dem zur Zeit sieben erwachsene Hasen und ein Hasenbaby leben (das Hasenbaby ist unser Osterhäschen, weil es am Karfreitag geboren wurde. Seine Mutter haben wir damals, ohne es zu wissen, schon trächtig übernommen).

Pocoyo war in den ersten Tagen bei uns sehr schwach und ehrlich gesagt hatte ich (Nadia) grosse Bedenken, ob der knuffige Hase überleben würde. Aber sein Zustand wurde von Tag zu Tag besser und – was soll ich sagen – heute ist er ein gesunder, verschmuster Hase der es liebt geknuddelt zu werden.

 

Unsere Pfauenfamilie

Ihr müsst wissen, dass wir schon seit ein paar Monaten zwei Pfauenweibchen bei uns haben. Für Farah war von Anfang an klar, dass irgendwann sicherlich noch mehr dazu kommen werden. Da wir ja den Platz dazu haben. Eines Tages kam der Nachbar und fragte Farah, ob sie bereit wäre, seine beiden Pfauen (Ein er und eine Sie) zu übernehmen, da er keinen Bedarf mehr dazu hatte. Ohne lange nachzudenken, hatte Farah sofort zugesagt.

Und dann kam dieser Sonntag. Besagter Nachbar rief an und teilte Farah mit, er werde in fünf Minuten die Pfauen rüber bringen. Farah fand es zwar ein bisschen komisch, dass er von einer Familie sprach…..ging aber sofort mit mir Nadia nach unten und wir warteten auf den Nachbarn. Als der Nachbar kam, öffnete er den Kofferraum seines Autos – und was sahen wir? Eine ganze Pfauenfamilie! Papa-Pfau, Mama-Pfau und fünf junge Pfauen, die nur einige Tage alt waren. Unser Erstaunen war gross und die Familie zurückzugeben war keine Option. Wegen den Greifvögeln, die regelmässig über der Finca Noah kreisen, konnten wir sie nicht einfach im Gehege frei herumlaufen lassen. Die einzige Möglichkeit, die wir auf die Schnelle hatten, war, die Pfauen in unseren früheren Quarantänezwingern unterzubringen. Das Problem bei diesen Zwingern ist aber, dass die elf Hundewelpen, die wir letztes Jahr darin hatten, Löcher in den Zaun bissen, sodass wir die Zwinger aus Sicherheitsgründen und wegen Verletzungsgefahr als nicht optimal einstufen mussten. Farah entschied, neue, sichere Quarantänezwinger bauen zu lassen. Die Ausrangierten stellten wir vorübergehend zu unseren Geflügeltieren, wo sie keine Gefahr darstellen.
Als an diesem Sonntag die Pfauenfamilie zu uns kam und wir dringend eine Unterbringung finden mussten, wurde uns schnell klar, dass die Zwinger auch für die Pfauen nicht optimal waren. Zum einen waren da ja immer noch die Löcher, also hätten wir alles neu bespannen müssen, zum anderen hätte man die Zwinger wegen den Schlangen und Ratten in die Erde verankern müssen. Beides war in der kurzen Zeit und aus finanziellen Gründen nicht möglich. In der Not haben wir den Zwinger deshalb kurzerhand mit Klarsichtfolie umspannt, damit die kleinen Pfauen nicht abhauen oder sich verletzen konnten. Gegen Schlangen und Ratten haben wir provisorisch Steine um die Zwinger gelegt. Es ist keine optimale Lösung, aber die einzige, die wir notfallmässig in der kurzen Zeit realisieren konnten, damit die Pfauenfamilie einigermassen geschützt und sicher ist.

Sobald es finanziell machbar ist, ist das Umbauen der Zwinger unser nächstes Projekt.

 

DIE STRASSEN- WELPEN AUF SANTORINI (Griechenland)

Farah rettet ja nicht nur die Tiere, die wir Euch jeden Monat hier vorstellen. Es sind noch viele mehr, die nie erwähnt werden. Häufig kommen die Tiere in eine Pflegefamilie, weil z.B. die Betreuung so intensiv ist, dass wir sie zeitlich nicht übernehmen können, oder oft auch weil wir auf der Finca Noah schlicht keinen Platz haben. Manchmal findet Farah das geeignete, neue Zuhause schon fast bevor das Tier gerettet wurde. Das ist jedoch nur möglich, weil Animal Police ein grosses Netzwerk hat. Platzsuche, Vorkontrollen, Impfungen, Pässe, Flüge etc. werden dann von Farah sozusagen «in einem Atemzug» organisiert. Dann verbringt sie oft fast die ganze Nacht am Telefon, in WhatsApp und Mails schreibend. Aber am Morgen ist alles organisiert und innert Stunden kann ein Tier, welches jahrelang misshandelt wurde, an einen guten, neuen Platz gegeben werden und in ein neues Leben starten.

Und Farah wird auch ausserhalb von Mallorca aktiv, wenn Tiere Hilfe brauchen. So auch vor etwa zwei Wochen nach dem Notruf einer Schweizer Familie, die in Santorini ihre Ferien verbrachte. Wäre Farah zu dieser Zeit nicht in der Schweiz gewesen, wo sie arbeiten musste (irgendwie müssen die laufenden Kosten ja auch alle bezahlt werden), wären die vier Welpen, die in Santorini alleine auf der Strasse gefunden wurden, dort schon weg. Farah ist zurzeit mitten in der Organisation, damit die Welpen rausgeholt werden können. Sprachbarrieren und die Impfungen für die Ausreise verzögern das Ganze. Die Welpen sind jetzt bei einer Familie in Griechenland in Pflege, bis Farah sie holen kann. Ich werde im Newsletter vom Juli, darüber berichten.

AUCH NOCH…

KING und QUEENI

Über sie habe ich letzten Monat ausführlich berichtet, hier ein kurzes Update: King und Queeni haben sich gut eingelebt bei uns – sofern man das bei diesen misshandelten Seelen überhaupt sagen kann. Auf alle Fälle haben die beiden angefangen zusammen zu spielen. Oder besser gesagt, jeder für sich spielt mit einem Spielzeug. Sie liegen jetzt auch täglich am Zwinger-Rand und verfolgen interessiert die Aktivitäten auf dem Hof. Das Baden in ihrem Hundepool lieben beide ganz besonders. Die Zwei haben jetzt auch angefangen zu fressen, wenn Farah neben ihnen steht. King wird von Farah täglich gebürstet und sieht jetzt noch «Bärchenhafter» aus.
Männer sind immer noch ein grosses Problem. Nur Farah und ich können in den Zwinger um die Hunde zu versorgen, sie zu füttern, zu kämmen und die Boxe und den Zwinger zu reinigen. Eigentlich wäre ja Mike, unser Hofmeister, der richtige Mann, um die beiden langsam an Männer zu gewöhnen. Aber so weit sind wir noch nicht und wir wollen auch nichts überstürzten – oder gar wieder verschlimmern.
Ende Juni haben wir einen wichtigen Termin beim Tierarzt. Die beiden müssen dringend untersucht werden. King ist leider Leishmaniose positiv und müsste dringend behandelt werden. Farah und ich wissen jedoch noch nicht, wie wir den Transport mit den beiden zum Tierarzt schaffen werden. Jedoch ist Farah’s Aussage  immer: Geht nicht, gibt’s nicht. J Auf alle Fälle werde ich auch davon im nächsten Newsletter erzählen, Ihr könnt gespannt sein…..

 

VIELEN HERZLICHEN DANK!!!

Von Herzen danken wir der Firma STRIKER Food und Beverage AG,

Dank ihrer Spende konnten wir den Sicherheitsstandard im grossen, 300 Quadratmeter umfassenden Zwinger erhöhen, damit dieser 100% ausbruchsicher ist. Danke Mirjam, Rafa und Martin, jetzt kann garantiert kein Hund mehr abhauen!

 

Auch an die Glattfelder Privatbrauerei GmbH geht ein aufrichtiges Dankeschön.

Mit ihrer Spende konnten wir den Bodenbelag im Stall von Esel Pablito und Pferd Argos erneuern. Zuvor gab es dort nur einen Kiesboden. Der hat nicht nur gestunken und war sehr unhygienisch, sondern war auch ungesund für die Hufe. Dank der Spende konnten wir nun einen Gesundheits-Boden einbauen, der nicht nur viel gesünder für Huftiere, sondern auch hygienischer und einfacher zu reinigen ist.

 

Zum Schluss noch ein paar schöne Impressionen aus unseren «Kinderzimmern»

 

^

Hilf auch du dabei die Tiere in Mallorca von der Strasse zu retten. Jeder Beitrag kommt zu 100% den Tieren zu Gute. Alle Organisationsmitglieder arbeiten wohltätig und erhalten keine Entschädigung für ihren Aufwand.

Auch mit dem Liken, Kommentieren & Teilen kannst du uns helfen das Leben der Tiere hier auf Mallorca besser zu machen.

Teilen auf facebook
Facebook
Teilen auf linkedin
LinkedIn
Teilen auf twitter
Twitter
Teilen auf whatsapp
WhatsApp

TEILEN:

KATEGORIEN

WEITERE BEITRÄGE

AUGUST 2021

NEUANKÖMMLINGE WELPENALARM! Diesen Monat rappelte es gehörig auf der Finca Noah. Der Grund sind unsere neuen Welpen und Junghunde. Sieben kleine Hunde, die alle auf

weiterlesen »

JULI 2021

Es war heiss im Juli, auch auf der Finca Noah. Da macht man gerne Siesta.  NEUANKÖMMLINGE JOHNBOY Johnboy ist ein kleiner Dackel-Mix (laut unserer Manuela

weiterlesen »

MAI 2021

Wieder ein Monat in dem wir viel erlebt haben: schöne Situationen, traurige Momente, Empörung, Wut, Aussichtslosigkeit, Stärke und Leidenschaft.  NIMADie kleine Seele kam am Ende

weiterlesen »

APRIL 2021

Animal Police – Finca Noah – vom Anfang bis heute! Nach 15 Monaten Planung und Umplanung, schweisstreibender Arbeit, Stress, Unsicherheiten, Zweifeln, Tränen, Muskelkater, Überraschungen und

weiterlesen »